Prüfung zum 5. Dan bestanden

Als sich Armin Burger im Januar 1990 in die Gruppe der Teilnehmer des damaligen Karateanfängerkurses des TV Bad Mergentheims einreihte, war kein bisschen absehbar, wie sehr ihn die japanische Kampfkunst auf seinem weiteren Lebensweg begleiten würde. Dennoch bemerkte er bereits in den ersten Trainingseinheiten, dass er etwas begonnen hatte, das ihn so stark fesselte, dass er das Verpassen eines Trainings aufs Äußerste versuchte zu vermeiden. Karate wurde schnell zur Leiden­schaft und der Drang, sich in allen Bereichen der Kunst weiterzuentwickeln, beeinflusste auch Ent­scheidungen, die das Leben außerhalb der Trainingshalle betrafen. So begab er sich alsbald auf Wochenendlehrgänge, die von den unterschiedlichsten Karatemeistern geleitet wurden um sich ein möglichst breites Spektrum an Karatewissen anzueignen und um das Trainingspensum der, lediglich unter der Woche stattfindenden, Einheiten im Verein noch zu steigern. Auch der Wechsel seines Studienortes von Würzburg nach Frankfurt am Main hing stark mit der Tatsache zusammen, dass in Frankfurt und Umgebung eine außergewöhnlich hohe Dichte von Karatemeistern herrscht.

Der unbändige Wunsch von Armin, das von den Karatelehrern im Training Geforderte umzusetzen und auch zu verstehen, führte dazu, dass sich sowohl seine Techniken als auch sein generelles Verständnis der Karatekunst in einem deutlichen Maße weiterentwickelten. Welches Niveau die erlangten Fähigkeiten erreicht haben, zeigte das Ergebnis der Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft des DJKB 1998. Dort gelang es Armin, sich im Kumite Einzel bis ins Finale zu kämpfen, wo er dann nur durch einen der derzeit stärksten Nationalkämpfer gestoppt wurde. Trotzdem war der Vizemeistertitel ein wichtiger Meilenstein, dem mehrere Mannschaftstitel auf der Deutschen Meisterschaft und dem JKA-Cup sowie die Aufnahme in den Nationalkader mit Teilnahmen an Welt- und Europameisterschaften folgen sollten.

Nach seiner aktiven Zeit als Athlet ist Armin trotzdem dem Wettkampf treu geblieben, hat allerdings auf die Seite der Kampfrichter gewechselt. In dieser Rolle hat er mehrere Einsätze im Jahr auf Karateturnieren in ganz Deutschland und nach Erlangen der internationalen Kampfrichter-Lizenz vor einigen Jahren auch die Qualifikation, auf internationalen Turnieren eingesetzt zu werden.

Inzwischen ist Armin wieder in seine Heimat, dem Taubertal, zurückgekehrt. Hier schloss sich der Kreis für ihn als er zur Karate-Abteilung des ETSV Lauda und somit zu seinem allerersten Karatemeister Bruno Becke wechselte. Im Herbst 2012 wurde Armin von Bruno die Trainingsleitung übertragen und ist seither Hauptverantwortlicher für den Trainingsbetrieb der Abteilung.

Zusätzlich zu der Aufgabe, die Karate-Abteilung zu leiten, beschloss Armin auch, sich der Prüfung der nächsten Gürtelstufe, dem 5. Dan, zu stellen. Seit nahezu einem Jahr bereitete er sich entweder außerhalb der regulären Trainingszeiten oder in Einheiten für höhergraduierte Karateka auf dieses Ereignis vor. Da es sich hierbei um eine relativ hohe Gürtelstufe handelt, gibt es nur die Möglichkeit, sich bei einer einzigen Veranstaltung im Jahr prüfen zu lassen. Diese Veranstaltung ist das jährlich stattfindende Gasshuku, ein 5-tägiges Trainingslager mit mehreren hundert Teilnehmern. Somit gingen der Prüfung noch einmal mehrere Tage intensives Training voraus. Die Vorbereitungszeit hat offensichtlich Früchte getragen, denn Armin konnte mit seiner Leistung die beiden Prüfer, Shihan Hideo Ochi und Bundestrainer Thomas Schulze, davon überzeugen, den anvisierten Gürtel in Zukunft tragen zu dürfen.